Marie Longjaloux, Julia Kranick

die eifersucht der amphitrite

16. Poseidon und seine Taten

b. Da er sich eine Gemahlin wünschte, die in der Tiefe des Meeres zu Hause wäre, machte er der Nereide Thetis den Hof. Als aber Themis prophezeite, daß jeder von Thetis geborene Sohn größer sein würde als sein Vater, ließ er von ihr ab und erlaubte ihr, einen Sterblichen namens Peleus zu heiraten. Amphitrite, eine Nereide, der er sich danach näherte, wurde von Widerwillen gegen ihn erfüllt und floh vor ihm zu den Atlasbergen. Er aber sandte Boten hinter ihr her, unter ihnen Delphinos, der sich so überzeugend für Poseidon einsetzte, daß sie nachgab und ihm den Auftrag gab, die Heirat vorzubereiten. Voll Dankbarkeit setzte Poseidon das Bildnis des Delphinos unter die Sterne 2 . Amphitrite gebar Poseidon drei Kinder: Triton, Rhode und Benthesikyme. Er aber gab ihr fast ebenso viel Grund zu Eifersucht wie Zeus der Hera. Zahlreich waren seine Liebschaften mit Göttinen, Nymphen und Sterblichen. Besonders erboste sie seine Vernarrtheit in Skylla, Tochter des Phorkys, die sie in ein bellendes Ungeheuer mit sechs Häuptern und zwölf Füßen verwandelte, indem sie magische Kräuter in ihr Schwimmbecken warf 3.

2. APOLLODROS III, 13, 5; HYGINUS, Poetische Astronomie I, 17.
Zitiert nach ROBERT VON RANKE-GRAVES, Griechische Mythologie - Quellen und Deutung, S,49,
13. Auflage Juli 20000, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg.

3. TZETZES, Über Lykophron 45 und 50.
Zitiert nach ROBERT VON RANKE-GRAVES, Griechische Mythologie - Quellen und Deutung, S,49,
13. Auflage Juli 20000, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg.

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