Anna Osterberg, Annika Bethan

Pools

Eine Insel, geboren aus Vulkanen, immer noch weiter wachsend, aufreißend, trist und rücksichtslos. Nur die Zeit scheint eingefroren.

Ganz Island schwimmt. Ruhend in der brachialen Monotonie der Landschaft stellen die türkisblauen Pools eine gewünschte Abwechslung dar und brechen mit der Einöde der Natur. Ungechlort, von geothermischen Quellen gespeist und mit Gletscherwasser heruntergekühlt. Auf diese Weise begegnet man den sogenannten Sundlaugs in weiten Teilen des Landes. Dank ihrer flächendeckenden Verbreitung sind die Bäder zu einem Ort der Begegnung und Entspannung mit entsprechender Frequentierung und langer Tradition geworden. Sie haben sich als gesellschaftliche Treffpunkte etabliert und wurden mit der Zeit zum Publikumsmagneten für Touristen.

Entstanden ist eine Serie von Fotografien, die sich der visuellen Ästhetik isländischer Badeanstalten bedient. Die Arbeit dokumentiert zugleich die Architektur, Atmosphäre und Historiografie der beliebten Erholungsorte, ohne dabei einen Anspruch auf dokumentarische Objektivität zu erheben. Daraus hervorgegangen ist ein Vexierspiel aus Distanz und Nähe. 

Einerseits wird dem Betrachter ein vermeintlich intimer Blick in das Privatleben der Isländer gewährt, andererseits spiegeln die Fotografien durch ihren streng komponierten Bildaufbau, der das Dargestellte bis ins Abstrakte steigert, die Kühle und Unnahbarkeit Islands wieder.

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